Ein Miss Pimm Mädchen ist ein tugendhaftes Mädchen. Oder etwa doch nicht?
Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
ISBN: 978-3-451-71222-7
Hillary möchte gerne im FGECP (Fast ganz ehrbarer Club der Piraten) aufgenommen
werden. Da gibt es nur ein Problem - Hillary ist ein Mädchen. Und da sind
sich ihr Vater, Admiral der königlichen Flotte und der Einbeinige
Jones, Mitglied des Piratenclubs, einig - Frauen jeglichen Alters haben
auf Hoher See nichts zu suchen. Der Pirat meldet Hillary somit in Miss
Pimms Mädcheninternat an, anstatt sie als Piratenlehrling aufzunehmen.
Hillary ist nicht begeistert darüber das sie als feinfühlige Dame ausgebildet
werden soll und beklagt sich beim Wasserspeier, der in ihrer Wand
eingelassen ist. Der gute Kerl kann sie gut verstehen, hat aber seine
eigenen Sorgen, das er z. B.während Hillarys
Abwesenheit RENOVIERT werden könnte. Als Hillary nochmal mit
ihrem Vater über diese Angelegenheit reden möche passiert etwas
magisches. Das Fenster in seinen Arbeitszimmer wird einfach immer
größer und gibt schließlich den Blick auf zwei Gestalten frei, die
draußen auf dem Rasen stehen und von dort aus ein wichtiges Dokument aus
dem Arbeitszimmer klauen. Da beschließt Hillary einfach den
Wasserspeier mitzunehmen und heimlich zur Hohen See zu fahren. Mit diesem Entschluss beginnt eine abenteuerliche Geschichte zwischen Petticoats, Piratenschiffen, goldenen Häkelnadeln und einem magischen Schatz!
Bevor es mit dem Abenteuer losgeht ist eine Karte vom Königreich Augusta im Buch abgebildet, umgeben von der Hohen See. Solche Extras finde
ich immer sehr ansprechend, da man diese nutzen kann um das
gelesene zu verinnerlichen und nachzuschlagen wie weit bestimmte
Orte voneinander entfernt liegen. Das hilft gerade jüngeren Lesern beim
Leseverständnis, was ich toll finde um den Spaß am Lesen zu behalten.
Jedes Kapitel endet derweil mit einer kleinen Besonderheit. Mal ist es ein Zeitungsausschnitt, dann ein Auszug aud dem Handbuch für junge Damen oder aus dem offiziellen FGECP Leitfaden für "Schatzsuche für Anfänger" oder mit einem Briefwechsel (z. B. zwischen dem Einbeinigen Jones und
Hillary, ein Brief von Miss Pimms Mädcheninternat an
Hillary...) Erwähnenswert sind hier die verschieden gestalteten
Briefpapiere und Schriftarten, welche das ganze Buch nochmals auflockern.
Der sehr lustige Schreibstil macht Freude die Geschichte zu lesen und hat mir immer wieder mal ein Grinsen auf das Gesicht gezaubert.
An der Protagonistin Hillary ist ein waschechter Junge verloren gegangen. Sie kann kämpfen, sich als Pirat verkleiden, Seemannsknoten knoten und liebt Abenteuergeschichten. Obwohl sie wider willen in Miss Pimms Mädcheninternat landet lässt sie sich davon nicht entmutigen und folgt ihrem eigenen Weg um Pirat zu werden und einen Schatz zu bergen. Immer dabei ist ihr äußerst amüsanter Wasserspeier, der aus Magie besteht und einen Hang zu Liebesgeschichten hat. Er ist für mich der witzigste und liebenswerteste Charakter im Buch und ich bin mir sicher das alle Kinder ihn lieben werden!
Die absolut kindgerechte Aufmachung des
Buches macht definitiv Lust auf mehr. Durch die Vermischung von einem
Mädchen als Protagonistin und einem typischen Jungen-Piratenabenteuer
wird die Geschichte geschlechtsneutral, was gerade in dieser
Altersgruppe selten gelingt.
Das Cover finde ich für die angesprochene Altersklasse sehr
ansprechend. Hillary steht wie ein waschechter Pirat am Bug des
Piratenschiffes, während auf dem riesigen Segel, in großen Buchstaben,
der Buchtitel "Hillary und der fast ganz ehrbare Club der Piraten - Der
magische Schatz" prangt. Der Titel ist, zugegebenermaßen, etwas lang für
ein Kinderbuch, gefällt mir als Erwachsenen aber ziemlich gut.
"Hillary und der fast ganz ehrare Club der Piraten" ist ein reines Kinderbuch das durch die bezaubernde Aufmachung und kindliche Geschichte einfach nur empfehlenswert ist.
Mit diesem Buch kann man nicht viel falsch machen und so ist es von mir schon ein Geheimtipp für den Weihnachtsmann!
Hier kommt ihr zu einer Leseprobe
KLICK
Autoreninfo:
Die Autorin Caroline Carlson las immer schon alles, was sie in die
Finger bekommen konnte. Dann begann sie, selbst zu schreiben. Hilarys
Geschichte schrieb sie während ihres letzten Uni-Semesters. Als ihre
Agentin mitteilte, dass ihr Buch verkauft ist, steckte sie in einem
Pinguinkostüm.
Mein herzlicher Dank für das Rezensionsexemplar geht an
vorablesen und den
Kerle Verlag!