Freitag, 20. Januar 2012

Herrschaft der Alten von Alfred Bekker

Herrschaft der Alten
„Hier sind wir Sklaven, bis wir so alt sind, dass wir selbst auf die Hilfe anderer Sklaven angewiesen sind“


Klappentext: Die demographische Bombe ist geplatzt. Ein spannender Zukunftsroman um ein Land ohne Zukunft. Deutschland im Jahr 2100. Benn und seine Freunde Sara, Nicolas und Bahar gehören einer verschwindend kleinen Minderheit an: Sie sind Jugendliche! Längst wird drei Viertel der Bevölkerung von den Alten und Uralten gestellt und diese haben in allen Lebensbereichen die Herrschaft übernommen. Schulen sind schon vor einiger Zeit aus Kostengründen abgeschafft und durch Online-Kurse ersetzt worden. Der Großteil des Staatshaushalts wird schließlich für die Pflege und Versorgung der Hochbetagten verbraucht. Damit aber die wenigen jungen Leute nicht scharenweise das konservative und innnovationsfeindliche Land verlassen, besteht Reisefreiheit erst ab dem 75. Lebensjahr. Auch wenn das unmöglich scheint: Benn ist wild entschlossen, aus diesem landesweiten Gefängnis auszubrechen. Und er hat Glück! Die Auswirkung eines ungewöhnlich starken Sonnensturms, der die Erde trifft, eröffnet ihm und seinen Freunden die einmalige Chance zu einer dramatischen Flucht. Das Risiko, gefasst zu werden, ist hoch. Aber Benn weiß, dass seine Zukunft woanders liegt. Denn in über hundert anderen Ländern ist nichts so heiß begehrt wie die Jugend...

Das Buch ist sicherlich interessant, wenn man erst mal einen Zugang zur Story gefunden hat. Mir ist das leider nicht gelungen. Die Zeitspannte von heute bis ins Jahr 2100 erschien mir einfach zu kurz für die beschriebene Entwicklung. Es gibt nur noch Vierzig Millionen Deutsche, davon ein Viertel unter Siebzig. Die Alten sind in einer bedrückenden Mehrzahl und vereinsamen an ihren lebenserhaltenden Maschinen. Es gibt Unmengen von Technikgedöns, womit ich mich gar nicht identifizieren konnte. Natürlich geht der Trend schon jetzt in diese  Richtung und ich liebe eigentlich Dystopien, aber mit diesem Buch bin ich einfach nicht warm geworden. In 88 Jahren sollen wir ¾ unseres Verdienstes für Steuer—und Sozialabgaben abgeben?  Die Alten besiedeln den Mars in einer Reise ohne Wiederkehr, jeder trägt einen Ortungschip und die Niederlande sollen zu 50% weggeschwemmt worden sein….  JA! Aber nicht alles 2100, mit der Vorstellung tue ich mich echt schwer.

Der Schreibstil hat mir persönlich auch nicht zugesagt. Streckenweise habe ich immer mal wieder ein paar Zeilen übersprungen, weil mir die Beschreibungen zu trocken waren. Es fehlte mir der gewisse Pepp.

Als Klassenlektüre ist „Herrschaft der Alten“ sicherlich hervorragend geeignet, da sich dieses Zukunftsszenario bestens zum Diskutieren eignet. Schülern kann so begreiflich gemacht werden, worauf Deutschland zusteuert und das Freiheit nicht der einzige Faktor ist, um glücklich zu werden. Es wird auf Missstände aufmerksam gemacht, die heute schon ihren Anfang genommen haben. Für den Privatgebrauch sehe ich „Herrschaft der Alten“ aber eher nicht.

Das Cover passt sehr gut zum Inhalt des Buches. Man sieht die Mauer, die alle unter 75jährigen IN Deutschland drin hält und an ein Gefängnis erinnert. Der Titel „Herrschaft der Alten“ prangt als Graffittischrift mitten auf der Mauer, was ich als Sinnbild für die Auflehnung der Jugendlichen sehe.

Es fällt mir echt schwer „Herrschaft der Alten“ zu bewerten, da das Buch nicht grundsätzlich schlecht ist. Es hat nur mir persönlich nicht gefallen. Wenn ich hier also lediglich zwei Sterne vergebe, dann ist das meine persönliche Meinung. Schlussendlich sollte sich schließlich jeder selbst ein Bild machen!
   



    


Autoreninfo:
Alfred Bekker, geb. 1964 schreibt Fantasy, Science-Fiction, Krimis, historische Romane und Bücher für junge Leser. Seine Romane „Das Reich der Elben“, „Gorian“ und die „Drachenerde-Saga“ machten ihn einem großen Publikum bekannt. Bevor er sich ganz dem Schreiben widmete, studierte Alfred Bekker für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen und war jahrelang im Schuldienst tätig. Er ist verheiratet und hat einen Sohn.
Näheres unter www.AlfredBekker.de

Mein herzlicher Dank für das Rezensionsexemplar geht an Edition Zweihorn

Kommentare:

  1. Huhuu Sarah!
    Du hast gute Worte für deine Rezi gefunden.
    Ich verlink sie unter meiner zu diesem Buch, ja?
    Liebe Grüße
    Anka

    AntwortenLöschen
  2. Danke liebe Anka. Das kannst du natürlich gerne machen :-)

    Liebe Grüße,
    Sarah

    AntwortenLöschen