Freitag, 6. April 2012

Eine Tat wie diese von Amy Efaw


Eine Tat wie diese
Schuld ist nicht immer einfach definierbar

„Als die Türen des Besprechungsraums geschlossen sind und die Ärztin Devon gegenüber sitz, ist Devon bereits zu reden.
Und sie beginnt.
„Man zweiter Name ist Sky“, sind ihre ersten Worte.
Dr. Bacon nickt. „Und wie gefällt dir dein Name?“

Fragt man Devons Lehrer, Fußballtrainer und Freunde, sagen diese, das Devon sehr klug, ehrgeizig, pflichtbewusst und talentiert ist. Wie kommt solch ein Mädchen dazu eine Schwangerschaft zu verstecken, das Kind heimlich zu gebären und in einer Mülltüte wegzuwerfen?  Kann man ein Kind aussetzen ohne es wirklich zu registrieren? Kann man schwanger sein ohne es zu merken?
Während die einen Devon schon verurteilt haben, begibt sich ihre Anwältin auf eine mühevolle Suche nach der Wahrheit bei der sich Devon sich selbst stellen muss und sie nur langsam begreift was sie getan hat…

Die Geschichte von Devon und ihrem Baby beginnt nicht sanft, sondern man wird direkt in die verstörende Handlung hinein geworfen.  Desorientiert liegt Devon auf der Couch, als ihre Mutter von der Arbeit heim kommt. Sie ist am verbluten und draußen kümmern sich Einsatzkräfte gerade um ein Baby, das in der Mülltonne gefunden wurde. Als Leser weiß man sofort, worauf diese Ereignisse hinaus laufen.

Die Autorin hat dieses schwierige Thema in eine leicht verständliche Handlung verpackt. Die einfach geschriebenen Sätze sind fesselnd und lassen sich schnell lesen, so dass eine kurzweilige und spannende Lektüre entstanden ist.

Devon ist eigentlich ein armes Kind. Sie ist zwar intelligent und ehrgeizig, aber auch einsam. Ohne Vater ist sie mit einer Mutter aufgewachsen, die sich kaum um sich selbst kümmern kann. Andere Familienmitglieder gibt es nicht.  Daher begreift Devon auch gar nicht richtig was mit ihr passiert. Erst im Jugendgefängnis für Mädchen kommt sie langsam zu sich und nur spärlich sickert die Erkenntnis in Devon das sie wegen  versuchten Mordes, Aussetzung eines Schutzbefohlenen, Misshandlung eines Schutzbefohlenen und fahrlässiger Körperverletzung angeklagt ist.  Erst nach und nach kommen die Erinnerungen zurück und man kann Devons Verwirrung fast selbst spüren.  Dieses Mädchen hat gar nicht begriffen was sie gemacht hat. Doch ist das auch für die Geschworenen glaubwürdig?

Da ich selbst Mutter bin, hat die Geschichte mich stellenweise sehr mitgenommen. Besonders getroffen hat mich, wie Devon von ihrem Baby als ES redet. Das ist total traurig und hat mir die Tränen in die Augen getrieben. Andererseits habe ich auch mit Devon Mitleid bekommen, die wahrlich kein leichtes Leben hatte. Sie ist ja selbst noch ein Kind und wurde vernachlässigt. Wie soll man da von ihr verlangen mit solch einer prekären Situation alleine klar zu kommen. Es ist halt nicht immer alles nur schwarz oder weiß, obwohl dies manchmal einfacher wäre.

Die schlichte Klappenbroschur sagt mit ihrem einfachen Cover mehr aus, als so manch vollgepacktes Bild. Vor einer tristen, einfarbigen Kulisse sieht man Devon. Ihr Bauch ist flach, während sie ihr Gesicht hinter ihren vorfallenden Haaren versteckt. Das Detail steckt hier im Schatten, der einen dicken Bauch und angeschwollene Brüste zeigt!

Ehrlich gesagt hätte ich nicht gedacht dass mich dieses Buch so mitreißt. EINE TAT WIE DIESE bedarf keiner großen Worte, da die Geschehnisse für sich sprechen. Aber diese Lektüre sensibilisiert für ein Thema, das zu jeder Zeit aktuell ist und verdeutlicht das Schuld nicht immer gleich Schuld ist. Unbedingt lesen!


Hier kommt ihr zu einer Leseprobe KLICK

 


Autoreninfo:
Amy Efaw, geboren 1967 in Chicago, ist Absolventin der West Point Militärakademie. Nach ihrer Zeit in der Armee arbeitete sie als freie Journalistin. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren fünf Kindern in Denver, Colorado. Amy Efaw hat bisher zwei Romane für junge Erwachsene geschrieben, weitere Bücher werden folgen.

Mein herzlicher Dank für das Rezensionsexemplar geht an den Carlsen Verlag und die brandsatz GmbH!

Kommentare:

  1. Hi Sarah!
    Dieses Buch wird in vielen Rezis momentan hoch gelobt. Ich habe es auch auf meine WuLi gesetzt und jetzt nach deiner Rezi, habe ich noch mehr Lust bekommen, es zu lesen!

    Liebe Grüße und schöööne Ostern!
    Anka

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  2. Liebe Anka,

    Danke, ich wünsche dir auch schöne Ostern!
    Das Buch lohnt sich wirklich zu lesen!

    Liebe Grüße,
    Sarah

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  3. Schau mal hier:
    http://buecherwuermchenswelt.blogspot.de/2012/04/blogaward.html

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