Dienstag, 25. September 2012

Als die Welt zum Stillstand kam von Gabi Neumayer


Als die Welt zum Stillstand kam

Auch Celie, Tochter der Tornetzerfinder und ihre Freunde Alex und Bernie hängen fest. Celie bei den Mobilen in Irland, Alex in einem Berliner Krankenhaus und Bernie in der mecklenburgischen Wildnis. Werden sie es schaffen zu überleben und einander zu finden?
Die Welt ist im Jahre 2036 zu einer kleinen Nussschale geschrumpft. Das Tornetz macht es möglich sich überall auf der Welt hin zu beamen. In Brasilien wohnen, in England arbeiten und abends in Canada ausgehen. Kein Problem mit den Toren. Doch kurz nach dem Tod der Erfinderin von TOR bricht diese neu geschaffene Infrastruktur komplett in sich zusammen.  Menschen sind in den Torkabinen eingeschlossen, Eltern kommen nicht mehr nach Hause zu ihren Kindern und Gewalt breitet sich aus. Das Strom- und Wassernetz bricht zusammen. Die Menschen besitzen keinen Orientierungssinn mehr und die bürgerliche Welt bricht in sich zusammen.

Der Zusammenbruch des Tornetzes wird durch viele kleine Abschnitte belichtet. Einmal liegt ein hilfloses Baby alleine zu Hause, weil die Oma nur mal schnell etwas holen wollte – tausende Kilometer entfernt. Woanders sind Leute in einem fremden Land gestrandet, wo sie nur arbeiten aber nicht leben. Weltweit stecken Leute in den Torkabinen fest, welche sich ohne Strom nicht öffnen lassen und überall geraten die Menschen in Panik.

Die Mobilen sind die einzigen lebensfähigen Kommunen. Sie haben ihre eigenen Felder bestellt und Wert auf altbewährtes gelegt. Bei Ihnen gibt es Strom durch Solarenergie, alte Handys, Wasserrohre etc. Doch auch sie können nicht der ganzen Welt helfen und sind auf Medizinlieferungen durch die Tore angewiesen. Wie überall gibt es auch bei den Mobilen Charaktere mit sehr radikalen Eigenschaften, die ihren Nutzen aus der katastrophalen Situation ziehen. Gerad Jason, ihr diktatorischer Anführer, treibt sein eigenes Spielchen und benutzt Celie wo er nur kann.

Celie selbst ist nach dem Tod ihrer Mutter zu den Mobilen geflüchtet, um dort ihre Trauer zu verarbeiten. Keiner weiß wer sie wirklich ist. Als es nach dem totalen Zusammenbruch der Welt in der Kommune immer voller und hektischer wird, schenkt Celie den Kindern durch ihre Musik Hoffnung und Zuversicht. Doch Jason weiß immer genau in welche Richtung er Celie lenken muss, um das zu bekommen was er möchte. Zum Glück ist Celie zu klug, um kopflos in ihr Unglück zu rennen.

Ihre beiden besten Freunde Alex und Bernie stecken in Deutschland fest. Doch beide verfolgen das Ziel zu Celie zu kommen. Auf dem Weg nach Irland müssen sie über zerstörte Straßen, durch verseuchte Städte und über 900 km offenes Meer reisen. Kein einfaches Unterfangen, denn jeder Mensch den sie Treffen ist einzig und allein aufs Überleben eingestellt.

Sehr interessant fand ich Jennas Tagebuch. Jenna und Felix, Celies Eltern, waren die Erfinder der Tore und beleuchten die ganze Sache von zwei Seiten. Während Jenna von Anfang an absolut überzeugt von den Toren war, hat Felix die ganze Erfindung sehr ablehnend betrachtet. Er fand es äußerst kritisch sich dermaßen vom Tornetz abhängig zu machen und alte Leitungen verkommen zu lassen.

Ich habe mir ziemlich viele Gedanken darüber gemacht ob die Menschen nicht viel zu bequem geworden sind, wo die ganze Energie für die Tore herkommt, warum sie dermaßen orientierungslos sind und ob das Chaos nicht viel zu schnell ausbricht. Glücklicherweise wird fast alles im Laufe der Handlung oder im Anhang erklärt.  Gabi Neumayer weist auch darauf hin was wirklich reine Fiktion ist und inwieweit man mit der Quantenverschränkung schon heute beamen kann.

Das Cover passt sehr gut zu diesem Endzeitroman. Celie steht  vor einer brennenden Welt, die im Chaos versinkt und blickt ins Licht. Die düsteren Farben spiegeln dabei den kompletten Zusammenbruch der Welt wieder, während der helle Schein die Hoffnung trägt. Ich hätte nur gerne am Horizont ein Tor gesehen, das fehlt mir irgendwie.

Dieses Jugendbuch muss man beim und nach dem Lesen erstmals sacken lassen. Das Szenario ist sehr realistisch beschrieben und ich habe mich dabei ertappt zu überlegen, was ich wohl machen und wie ich reagieren würde, wenn unsere Welt sich plötzlich von einer zivilisierten Gesellschaft in eine gewalttätige Anarchie verwandeln würde. „Als die Welt zum Stillstand kam“ ist definitiv ein Buch mit Nachhall!

Hier kommt ihr zu einer Leseprobe KLICK

Autoreninfo:
Gabi Neumayer, geb. 1962, lebt in Bergheim bei Köln und ist Autorin, Lektorin und Chefredakteurin des Autorennewsletters „The Tempest". Sie schreibt vor allem für Kinder – unter anderem Science-Fiction-Geschichten, englische Lernkrimis, Bilderbücher und Sachbücher. Mit "Als die Welt zum Stillstand kam“ erscheint nun ihr erster Jugendroman. Mehr Infos auf ihrer Homepage: www.bato-schreibt.de. Die Autorin steht für Lesungen zur Verfügung.

Mein herzlicher Dank für das Buch geht an Lovelybooks und den BELTZ Verlag!

2 Kommentare:

  1. Das Buch scheint ja echt interessant zu sein. Mit deiner Rezi hast du mich jetzt wirklich gespannt gemacht und so landet das Buch gleich mal auf dem Wunschzettel ;)

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  2. Schön! Ich bin gespannt wie es dir gefällt :-)

    Liebe Grüße,
    Sarah

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