Samstag, 30. Juli 2011

Annette John – Deadline 24


Deadline 24
Sally hat als Farmerskind ein beschwerliches Leben. Zusammen mit ihrer blinden Mutter, ihrem herzkranken Großvater und dem Bruder Paul lebt sie abgeschottet unter einer Kuppel. Der Kontakt zu den anderen Farmen ist nur sporadisch, wenn das Funkgerät mal funktioniert. Das Reisen ist nahezu unmöglich geworden, da die gefährlichen Hybriden Jagd auf Menschen machen. Eines Tages jedoch bricht Paul aus seinem vorgegebenen Leben aus. Sally weiß dass die Farm ohne ihren Bruder untergehen wird und bricht zu einer gefährlichen Suche auf. Unterstütz von den Visionen des Windmanns und dem Erbe ihres Vaters stürzt Sally sich in die Gefahr. Dabei sieht sie nicht nur unmögliche Dinge, sondern kommt auch noch dem unfassbaren Geheimnis von Deadline 24 auf die Spur!

Beim Lesen merkt man wie hochtechnisiert die Welt einmal gewesen sein muss, ohne dass Sally oder die anderen Menschen davon etwas ahnen. Es ist verstörend, wie beschwerlich und einsam das Leben auf der Erde geworden ist – und wie gefährlich. Keiner ist vor den Hybriden sicher, außer unter den Kuppeln. Doch auch für die Kuppeln gibt es kaum noch Ersatzdraht und Werkzeuge.
Die Kuppeln sind hier auch anders, als in anderen Dystopien. Sie beherbergen keine ganzen Städte, sondern einzelne Farmen und sind symmetrisch angeordnet. Warum das so ist, weiß jedoch keiner.
Erst Sally kann das Rätsel ihrer Umwelt lösen, indem sie sich auf eine Reise begibt, von der es eigentlich keine Rückkehr gibt. Dabei begegnen ihr unwahrscheinliche Dinge und die Überreste einer untergegangenen Zivilisation. Und Sally weiß, die Suche nach Paul wird entweder ihr Ende oder der Neuanfang einer ganzen Welt sein.

Der düstere Begriff DEADLINE 24 durchzieht das ganze Buch. Erst ganz zum Schluss, wenn man kaum noch auf eine Auflösung zu hoffen wagt, erfährt man, was es damit auf sich hat. Denn auch Sally weiß anfangs nur, dass es sich um einen Begriff ihrer Vorfahren handelt, mit dem ihre Mutter die Visionen ankündigt. Dabei ist DEADLINE 24 nicht nur ein Wort, sondern allumfassend und der Angelpunkt dieses düsteren Zukunftsszenarios.

Der flüssige und einfache Schreibstil macht es einem leicht in die Geschichte einzutauchen.  Auch die verschiedenen Charaktere sind authentisch dargestellt. Manchmal zwar etwas verrückt, aber im Nachhinein zu hundert Prozent nachvollziehbar. Auch das Sally mit ihren vierzehn Jahren schon Erwachsen sein muss, ist in der dargestellten Welt durchaus schlüssig.  Großartig sind auch die Beschreibungen der alten Welt. Selbst ich musste manchmal stark überlegen welch skurriles Objekt die Autorin hier gerade beschreibt, obwohl es sich eigentlich um – für uns – alltägliche Dinge, wie zum Beispiel eine Ladenzeile handelt.

Das Cover stellt eine viel friedlichere Atmosphäre dar, als es im Buch geschildert wird. Man sieht in einer kargen Landschaft Sally stehen, die durch eine Kuppel geschützt ist. Der rote Schriftzug DEADLINE 24 springt einem, bei den ansonsten sehr natürlichen Farben, sofort ins Auge.

DEADLINE 24 ist eigentlich eine ganz einfach gestrickte Dystopie. Sie kommt mit wenigen Charakteren, einer kargen Landschaft und einer großartigen Grundidee aus. Das verstörende Ende kam für mich völlig überraschend, da ich auf diese Auflösung nie gekommen wäre. Ich bin froh dieses Buch gewonnen zu haben, da ich es sonst wohl nie gelesen hätte und mir dann eine kurzweilige und spannende Geschichte entgangen wäre.

Hier kommt ihr zu einer Leseprobe KLICK

Autoreninfo:
Annette John, geb. 1951 bei Saarbrücken, wo sie heute wieder lebt, studierte Germanistik und Romanistik. Das Geheimnis des Rosenhauses ist war erster Roman.

Mein herzlicher Dank für das Rezensionsexemplar geht an Blogg dein Buch und BELTZ & Gelberg!

Kommentare:

  1. Tolle Rezi! Ich fande das Buch auch total super!

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  2. Schön das ich mit meiner Meinung nicht alleine bin :-)

    LG
    Sarah

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