Freitag, 25. März 2011

Neva - Sara Grant

Neva
Der Schein trügt

Neva lebt in der perfekten Gemeinschaft - will die Regierung ihr jedenfalls glaubhaft machen.
Nun, mit 16 Jahren, soll sie schnell Kinder bekommen, weil die Bevölkerungszahl schrumpft.
Denn Heimatland wurde vor langer Zeit durch eine mächtige Energiekuppel von der Außenwelt abgeschottet. Angeblich gibt es außerhalb dieser Protektosphäre nichts.
Neva, als Tochter des Altministers für Geschichte, müsste eigentlich als perfekte Bürgerin integriert sein. Doch sie kennt die Geschichten von „außerhalb“. Ihre Großmutter hatte ihr diese heimlich erzählt, bevor sie verschwand. Und obwohl alle so tun als hätte es Großmutter nie gegeben, kann Neva nicht hinnehmen das die Regierung Tatsachen verschleiert und Menschen verschwinden lässt. Sie fängt an zu rebellieren und verliebt sich dabei in einen Jungen, der eigentlich tabu sein sollte. Dann findet Neva Dinge heraus die ihr sie in Gefahr bringen und ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen…

Neva erzählt aus ihrer Sicht die Geschehnisse. Dabei lässt sich der Schreibstil sehr flüssig und angenehm lesen, während die Story mich sofort fesseln konnte. Durch die Ich-Perspektive wird einem jedoch im Laufe des Buches klar, dass man als Leser einige Informationen nur unzureichend bis gar nicht erhält. Besonders der Schluss lässt mich etwas ratlos zurück. Ich bin und war nie ein Fan von derart offenen Enden.

Neva selbst war mir als Erzählerin und Protagonistin sympathisch. Sie ist jemand mit einem freien Willen und freien Gedanken. Dazu gehört in Nevas Welt viel Mut, denn in Heimatland kontrolliert die Regierung alles. Als ihr das Ausmaß des Lügenkonstrukts bewusst wird, kann Neva nicht mehr zurück. Denn es ist gefährlich zu viel zu wissen.

Für die Regierung müssen die Bürger eigentlich nur „funktionieren“. Lediglich die älteren Menschen, von denen es immer weniger gibt, erinnern sich. Es ist momentan häufiger in Büchern zu lesen, das die Großeltern immer diejenigen sind die sich erinnern und etwas wagen. So musste ich zum Beispiel immer an den Großvater aus dem Buch „Die Auswahl“ denken.

Das Cover, auf dem lediglich Neva vor einer grauen Wand abgebildet ist, finde ich sehr ansprechend. Auch die mit Spotlack überzogene  kleine Schneeflocke, die sich auf dem Cover und immer wieder im Buch findet lässt, ist einfach schön. Vor allem da man gleich erfährt das die Schneeflocke Nevas Kenn-Zeichen ist. Das Buch selbst hat ein handliches Format und ist recht dünn.

Da ich solche Zukunftsromane sehr mag, war ich direkt begeistert von „Neva“. Nur der Schluss war für mich, wie schon beschrieben, die schwächste Stelle im Buch und mir persönlich fehlte da etwas. Ansonsten muss ich sagen, dass die Handlung sich anders entwickelte, als ich es erwartet hätte. Dadurch wurde vieles natürlich spannender.
Fazit: Nicht die beste Dystopie, aber trotzdem eine lesenswerte Mahnung an die Gesellschaft.

Hier kommt ihr zu einer Leseprobe KLICK

Autoreninfo:
Sara Grant wurde 1968 in Indiana/USA geboren, wo sie Journalistik und Psychologie studierte, bevor sie ihrem Mann nach London folgte. Dort arbeitete sie seit ihrem Universitätsabschluss in „Creative and Life Writing“ bei einer Literaturagentur.

Mein Dank für das Rezensionsexemplar geht an die Leser-Welt und den PAN Verlag!

Kommentare:

  1. Hallo Sarah!

    Nachdem ich überall so Gutes über dieses Buch lese (und nun auch von dir), rutscht es auf meiner Wunschliste ein Stück weiter nach oben...

    Schönen Samstag!
    Sabine

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  2. Danke ;-) Ich wünsche dir auch noch ein schönes Wochenende!

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