Mittwoch, 27. Oktober 2010

Babel 01 – Hexenwut von Cay Winter

Eine Hexe mit einem dämonischen Problem

Babel ist eine ungewöhnliche junge Hexe. Seit Jahren geht sie zu den Treffen der AA, ohne das die anderen Mitglieder wissen dass die Versuchung bei Babel nicht der Alkohol, sondern Dämonen sind. Sie ist halt eine Hexe mit einem Magieproblem - und einem dämonischen Exfreund, der sie unbedingt zurück haben will.
Ihr Job als Personal Trainerin ist nur ein Deckmantel, denn eigentlich „hilft“ Babel anderen Menschen mit ihrer Magie. Doch dann wird sie von ihren natürlichen Feinden engagiert. Unter der eingeschworenen Gemeinschaft der Alben wütet ein Mörder. Babel soll den Täter ausfindig machen und kommt dabei dem Alben Tom immer näher. Dummerweise benötigt Babel bei diesem Auftrag allerdings dämonische Hilfe, wo ihr Ex Sam dann doch wieder ins Spiel kommt. 

Babel – Hexenwut“ ist der Auftaktband zu einer neuen Serie aus dem Hause Lyx und kommt ziemlich gewaltig daher.
Der Leser begleitet die Hexe Babel in diesem Roman, in kurzen Kapiteln, von ihrem 4. Geburtstag an über ihren 17. und 26. Jahrestag zum Heute und am Ende nochmals zurück zum 20. Geburtstag.

Generell finde ich die Idee einer Hexe mit Magieproblemen klasse. Mir ist dazu auch gleich die Serie „Sopranos“ eingefallen, wo der Mafiaboss ebenfalls in Therapie ist! Denn dies ist genauso unüblich, wie eine Hexe die zu den AA geht und dabei mit Dämon nicht den Alkohol, sondern wirkliche Dämonen meint! Dennoch hat es mich etwas gestört wie herb Babel eigentlich ist. Irgendwie habe ich es nicht geschafft ihr mehrmals erwähntes langes, blondes Haar mit ihrem kaputten Charakter in Einklang zu bringen. Man erfährt zwar dass ihre besonderen Fähigkeiten sie von einem normalen Leben trennen und Schuld an ihrer Charakterbildung sind, dennoch wurde sie mir im Laufe des Buches als Protagonistin immer unsympathischer. Ein schlechter Ausgangspunkt für den Leser.

Den Schreibstil habe ich hingegen wieder als sehr einfach und angenehm empfunden. Die ganze Handlung ließ sich flüssig lesen und war von unterschwelligen Witzen geprägt.  Um euch einen Eindruck von Cay Winters Schreibstil zu geben, hier mein Lieblingssatz, den sicher jeder nachfühlen kann:

„Das ist kein Junge, das ist ein  Plag, vergiss das nicht. Die wachsen in dem Glauben auf, dass Hexen fast so schlimm sind wie die GEZ.“ 

Babels eigene Gedanken werden im Roman übrigens in kursiv dargestellt. Diese Gedanken man versteht man allerdings oft erst nachträglich, wenn das letzte Kapitel so einiges aufgeklärt hat. Besonders gut hat mir im Buch der dämonische Papagei gefallen. Dieses kleine Mistvieh ist ein Goldstück und hat mir wahrlich viel Vergnügen bereitet.
Was mir  nicht gepasst hat, war, das alle Hexen in „Hexenwut“ kriminell aktiv sind. Ich mag es lieber ausgewogen und bin ein Hexenfan, weshalb es mich doch gestört hat das alle Hexen negativ belastet sind. Babel hatte zwar schon einige wohlwollende Ansätze, jedoch ging sie mir mit ihrer Unentschlossenheit und unsympathischen Art, wie gesagt, irgendwann auf die Nerven.

Bevor ich zum nächsten Punkt komme muss ich eins klar stelle. Mir ist klar dass auch Hexen gewöhnliche Haushaltsgegenstände verwenden. Natürlich ist es realistisch wenn eine Hexe Tupperdosen & Co. benutzt. Aber verdammt noch mal, Tupperdosen in Massen nehmen der ganzen Handlung doch wirklich die Magie!

Ich muss ehrlich zugeben dass ich nach der Leseprobe zum Buch mehr erwartet hätte. „Babel“ hatte zwar durchaus ein paar starke Momente, ist dann aber stimmungsmäßig immer wieder eingebrochen. Für zwischendurch war der Roman okay, aber die Fortsetzung werde ich mir nicht kaufen.

 

Autoreninfo

Cay Winter ist eine junge deutsche Autorin. Sie lebt in einer Stadt, deren Name sich auf das slawische Wort Linde bezieht, und hat eine Schwäche für die Filme aus der Zeit des Film Noir - weil Frauen die besseren Bösewichte sind. Weitere Informationen unter: www.caywinter.com

Vielen Dank an Lyx und die Leser-Welt für dieses Buch!

Hier kommt ihr zu einer Leseprobe KLICK

Kommentare:

  1. Mit diesem Buch hatte ich auf Grund des Klappentextes und des Covers schon geliebäugelt, aber nach deiner Rezension glaube ich eher, dass es ein Buch ist, was ich nicht unbedingt lesen muss.
    Liebe Grüße Anette

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  2. Geht mir da ganz ähnlich wie Anette. Hatte gehofft, eine ähnlichen Reihe wie "Jill Kismet" gefunden zu haben, aber so wird das Buch wohl nicht bei mir landen...
    Liebe Grüße.

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